Grulichfiguren sind für ihre Subtilität charakteristisch. Grulichschnitzer beherrschten meisterlich das Schnitzwerk ins Fichtenholz. Schon bei der Arbeit im Wald erkannten sie die hochwertige Art des Holzes, das sie dann noch vor der Schnitzarbeit durch Tauchen oder Kochen aufbereiteten.
Beim Gebrauch des Lindenholzes kann man gleich die Endeform der Figur ausschnitzen. Beim Fichtenholz muss man schrittweise fortsetzen. Um die Schniztarbeit einfacher zu machen, müssen die Halbprodukte mehrere Male ins Wasser getaucht oder vorgakocht werden.
Bild: Sehr grobe Halbprodukte aus Fichtenholz vor weiterem Tauschen oder Kochen.
Grulich Figuren werden mit Messer geschnitzt und trotzdem wirken sie nicht plump. Grulichschnitzer nützten genial entlastende Schnitte, die sie mit Hilfe eines halbrunden Meissels machten, selten kombinierten sie auch Messerschnitte und Schnitte mit dem halbrunden Meissel. Einige Grulichfiguren haben diese entlastenden Schnitte nicht und man merkt das. Für diese Schnitte werden oft Schablonen für verschiedene Figurenarten gebraucht.
Nach meiner Erfahrung sind charakteristische Subtilität und Starrheit der Grulichfiguren Ergebnis von Fichtenholzverarbeitung, die das Schnitzmesser nach Jahresringen führt, also anders, als es beim Lindenholz gemacht wird.
Grulichfiguren wurden von verschieden geschickten Schnitzern und auch in verschiedenen Preisebenen hergestellt. Deshalb gibt es auch Grulichfiguren verschiedener Qualität. Grosse Unterschiede sind auch in den Details der farbigen Polychromie zu sehen.
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