Ich beschäftige mich vor allem mit folgenden Tätigkeiten :
Ich beantworte gern Ihre Fragen, Grulichkrippenmeister Josef Komárek.
ist Absolvent der Bildhauer und Steinmetzfachschule in Horitz (Ostböhmen).
Sein Interresse für geschnitzte Krippenfiguren und Krippendarstellungen erschloß sich ihm, als um 1965 sein Vater in einer Mülltonne! eine Krippe fand. Er sagt jetzt: "überspitzt formuliert erklärt es, warum Grulichkrippen heute in Tschechien so selten zu sehen sind" . Erst später stellte Josef Komarek fest, dass es sich um eine alte Grulichkrippe handelte. Seine Bemühungen diese Krippe mit weiteren Figuren aus eigener Herstellung zu ergänzen, wurde für ihn zum schicksalhaften Erlebnis.
Es war ihm bald klar, dass es sich bei den aufgefundenen Figuren um eine bestimmte und charakteristische Schnitzmethode von Naivschnitzerei handeln mußte. Bei genauerer Überlegung und Betrachtung der Figuren kam er zu dem Schluß, dass es einen Zusammenhang mit den früheren Holzschnitzern, die in kleinindustrieller Hausarbeit im Raum Grulich und dem Adlergebirge diesen Krippenfigurentypus in großer Anzahl herstellten und den Verlegern dieser Figuren geben mußte.
Um sich selbst diese charakteristische Schnitzweise der damaligen "Mannlmacher"anzueignen, versuchte er durch wiederholte Schnitzversuche diesen Figurentyp so gut es ging nachzuahmen und eine möglichst genaue Annäherung an die Originalfigur zu erzielen. "An die sechzig Figuren mußte ich oft von einem Figurenvorbild schnitzen um Übereinstimmung mit der Vorlage zu erzielen", meint Josef Komarek.
Über seine dabei gemachten Erfahrungen beriet er sich mit Josef Schwarzer jun., dem letzten Holzschnitzer, der aus dem traditionellen Krippengebiet bei Grulich, aus Dolni Hedec/Nieder Heidisch stammt. Die freundschaftlichen Beziehungen hielten bis zum Tod Schwarzers. Am schwierigsten findet Josef Komarek heute ist es, die Beine der Figuren zu schnitzen. Bei der Fassung der Figuren ist ihm die Technik und der Ausdruck der gemalten Augen wichtig. Mit der Einführung des Computers und der nun vorhandenen Möglichkeit Internetseiten selbst zu gestalten, war er in der Lage das Lebenswerk von Vater und Sohn Schwarzer wieder bekannt zu machen. Ihre Lebensläufe finden sich nun mit anschaulichem Bildmaterial auf seiner Homepage. Durch die gute Beziehung zu Josef Schwazer jun., widmete die Frau von Josef Schwarzer nach dessem Tod als Anerkennung Josef Komarek den Nachlass von Vater und Sohn, den zwei letzten, in Grulich noch ansässig gewesenen Figurenschnitzern.
Als er die Erinnerungen von Frau Schwarzer niederschrieb, erwähnte sie beiläufig den Namen des Krippenbergbauers Josef Vondra aus Červený Kostelec, den die Schnitzer oft mit Figuren belieferten. Vondras Werk hält Josef Komarek für einen Höhepunkt in der Tschechischen Krippenkunst, leider wurde sie nie beschrieben. Ein Lebensabriss Vondras ist mit viel Bildmaterial ebenfalls auf der Homepage von Josef Komarek zu finden.
Bei einem Besuch von Verwandten von Josef Vondra gelang es ihm, Vondras persönlichen Arbeitsunterlagen und 200 noch erhaltene Fotos von ihm und seinem Werk zu erhalten. Josef Komarek arbeitet zur Zeit an umfassenden Studien über das Lebenswerk von Josef Vondra und den Grulichschnitzern Schwarzer.
Hauptziel Josef Komarek's ist es, der heute so vergessenen Gulicher Krippentradition wieder einen Namen und historischen Stellenwert in der Tschechischen- und Europäischen Volkskunst zu sichern. Dazu arbeitet er auch an einem Buch über die Grulichkrippenherstellung und Bautechniken, an einem Figurentypenkatalog der alle auffindbaren Figurentypen illustriert. Auch die Restaurierung von beschädigten Figuren soll in diesem Buch ein Thema sein. Leider gibt es kaum vorliegende Literatur, Untersuchungen und Beschreibungen, die Basismaterial für dieses Buch sein könnten. So ist Josef Komarek auf Eigenversuche bei der Schitzarbeit und dem Fassen der Figuren angewiesen, die letztendlich einer detektivischen Kleinarbeit gleichen. Während der Recherche für sein Buch entdeckt er oft Fehler in den wenigen, noch vorliegenden Veröffentlichungen von Fachautoren, die verschiedene und nicht überprüfte Quellentexte ohne eigene Erfahrung einfach nur abschrieben.
Feldforschung und Recherche ist in Tschechien für die Grulichkrippen historik unbrauchbar, die jahrhundertlangen Erfahrungen der Krippenschnitzer wanderten mit ihrer Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg in zumeist deutschsprachige Orte ab. Josef Komarek hielte es für eine wichtige Aufgabe der dort ansässigen Krippenvereine, das Schicksal und die Werke der Grulichkrippenschnitzer in ihrem neuem Milieu zu dokumentieren um sie so auch wieder bekannt zu machen.
Im Jahr 2001 drehte das Ethnologische Institut AVČR (Akademie der Tschechischen Wissenschaften) einen dokumentarischen Film über tschechische Schnitzer und ihre Arbeiten in dem auch Josef Komarek seine Arbeiten zeigte.
Im Jahre 2004 fand in Hradec Králové /Königgrätz der 17. Weltkrippenkongress statt. Das Ostböhmische Museum in Hradec Králové veranstaltete bei dieser Gelegenheit eine große Ausstellung, die alle Hauptkrippengebiete der Tschechei vorstellte. Josef Komárek wurde vom Museum eingeladen, eine repräsentative Krippenausstellung mit Grulichfiguren und Grulichkrippen zu gestalten und am Austellunskatalog mitzuarbeiten. Dieser Katalog ist noch erhältlich und man kann ihn bei Herrn Komarek bestellen. Er umfasst neben den Texten 140 Fotos und sollte in keiner Krippenliebhaberbibliothek fehlen. Im Rahmen dieser Ausstellung hielt er auch einige Vorträge über Grulichkrippen und ihre Tradition. Seine Restaurationsarbeit wurde in der beliebten TV.Sendung des tschechischen Fernsehens „Toulavá kamera" ("Die Fahrende Kamera" ) vorgestellt.
In Tschechien fand Josef Komárek bis jetzt keine Arbeitskollegen mit ähnlichen Interessen und so löst er diese fachliche Isolierung mit der Veröffentlichung wichtiger Erkenntnisse auf seinen Internetseiten. Dank Email ist er heute mit Krippensammlern aus der ganzen Welt in Kontakt, diskutiert Veröffentlichungen, sammelt Figurenbilder für seinen Katalog und hilft Sammlern die Echtheit ihrer gekauften Figuren zu bestätigen, sie einzuschätzen und vor Fälschungen zu warnen.
Verschiedenen Zeitschriften ist Josef Komarek behilflich Weihnachtssondernummern zu erarbeiten und auf vielen Krippenausstellungen zeigt er gerne seine Holzschnitzkunst. Derzeit plant Herr Komarek auch eine Erweiterung seiner Homepage und will zu den tschechischen Texten auch eine deutsche Überstzung anbieten.
Fragt man Herrn Komarek wieso er Grulichkrippen so viel Zeit und Energie widmet sagt er: "ganz einfach, weil es die vergessenen deutschtschechischen Grulichschnitzer wirklich verdienen!"
Josef Komarek
Mandysova 1301
50012 Hradec Králové
Tchechische republic
http://kralickebetlemy.wz.cz/
j.komarek@gmail.com
j.komarek@centrum.cz
Josef Komarek
Krippenhalberzeugnis von Josef Komarek - I.
Krippenhalberzeugnis von Josef Komarek - II.
Krippenhalberzeugnis von Josef Komarek - III.
Krippenhalberzeugnis von Josef Komarek - IV.
Grosse Krippe (NEU)
Kreidenpolychromie verbirgt oft feine Schnitzarbeit (Autor Josef Komarek)
Beispiele technologischer Vorgangsweisen bei Grulichfigurenherstellung (Autor Josef Komarek)
Beispiele technologischer Vorgangsweisen bei Grulichfigurenherstellung (Autor Josef Komarek)
Dank meinem Krippefreund aus österreich Reinhard Ungersböck,
der zu den grössten Krippenkennern und Sammlern gehört, durfte ich als Aussteller an der 4. Krippenausstellung im Naturhistorischen Museum Wien teilnehmen. Der nette Empfang von österreichischen Krippenfreunden, fabelhafte Atmosphäre des edlen historischen Gebäudes und ausserordentliche Exponate einheimischer Krippenfreunde – das alles sind Erlebnisse für das ganze Leben!
Mit der Instalation meiner Exposition halfen mir folgende Personen:
Klára Tydlitová – Dolmetschen und Arangieren der Exponate,
Aleš Komárek – universaler Mitarbeiter,
Martin Kopecký – Autofahrer und Fotograph.
Gestatten Sie mir Ihnen meine Exposition mit Hilfe von Fotos vorzustellen!
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